Vorfreude aufs Bonbon-Werfen steigt
Geschrieben von Sonia Voigt (Delmenhorster Kreisblatt)   
Montag, 6. Dezember 2010
Mit den Kinderprinzen Mariele I. und Joscha I. betreten zwei faschingsverrückte Familien Neuland
Funkenmariechen oder Kinderprinzessin? Vor dieser schwierigen Frage stand die zehnjährige Mariele Tober, als das Faschings-,,Greifkommando" klingelte. Wie ihr gleichaltriger Prinzen-Kollege Joscha Goette nimmt sie die Aufgabe aber gern an.

Mit der Taschenlampe hat das Greifkommando die richtige Klingel gesucht und dann die Nachricht verkündet: Mariele I. und Joscha I. sind das Kinderprinzenpaar für die neue Faschings-Session. ,,Das war spannend", erinnert sich der zehnjährige Joscha Goette. Während der junge Falkenburger direkt zusagte, musste Kinderprinzessin Mariele Tober (10) kurz überlegen. Denn eigentlich sollte die Bookholzbergerin, die seit ihrem fünften Lebensjahr in der Roten Garde tanzt, Funkenmariechen werden. ,,Lieber Prinzessin, Funkenmariechen kann ich nächstes Jahr noch werden", erklärt sie ihre Entscheidung.

Zwei Wochen lang mussten die Kinderprinzen dann bis zur offiziellen Verkündung schweigen, sogar gegenüber guten Freunden. ,,Das Allerschlimmste war das Dichthalten und Lügen", erinnert sich Marieles Mutter Ute Tober. Die ersten Eingeweihten waren die Großeltern. ,,Toll, dass wir das miterleben dürfen", lautete die Reaktion.

,,Manche in der Schule wussten gar nicht, dass es das gibt", beschreibt Mariele die Resonanz in der vierten Klasse der Grundschule Bookholzberg. In der vierten Klasse der Grundschule Habbrügge musste Joscha weniger erklären. Nicht nur ihm, der am Rosenmontag des Jahres 2000 geboren ist, liegt der Fasching im Blut. In Joschas wie Marieles Familie spielt Fasching eine wichtige Rolle. Während sich das Kinderprinzenpaar erst über sein neues Amt kennenlernte, haben ihre Mütter Ute Tober und Anja Goette mehrere Jahre gemeinsam in der Rot-Blauen Garde getanzt.

Vor Faschingspublikum getanzt haben auch Joscha I. und Mariele I.: Er uniformiert mit den ,,Bobbys", sie im schwingenden Rock der Roten Garde, mit ihrer Mutter als Trainerin. ,,Wir wussten, was auf uns zukommt", sagt Ulrike Tober mit Blick auf die vielen Termine, die das Kinderprinzenpaar erwarten. ,,Trotzdem betreten wir natürlich Neuland, aber wir wachsen mit unseren Aufgaben", sagen die Mütter des Prinzenpaares. Mit ersten Terminen bei der Presse, dem Kostümschneider und einzelnen Faschingsgruppen rollt das Programm langsam an, hektisch wird es ab Februar.

Dann müssen Marieles Hobbys Tanzen, Handball, Turnen und Ballett genauso zurückstehen wie bei Joscha Fußball, Gitarre und Waveboard. Doch bei beiden steigt jetzt schon die Vorfreude: auf das neue Kleid, auf die lange Feder an der Narrenkappe und auf den Umzug. Was daran das Beste ist? ,,Das Bonschen-Werfen", sagt Mariele. ,,Das Bonschen-Essen", sagt Joscha.