Uniform muss etwas verlängert werden
Geschrieben von Nordwest Zeitung   
Donnerstag, 13. November 2008

Kinderprinzen Phillip I. und Kira I. wollen „dabei bleiben"

Einen Tipp, den er seinem Nachfolger mit auf den Weg geben will, hat Phillip Thoma nicht. Eine genaue Vorstellung von seiner närrischen Zukunft hingegen schon: „Ich hoffe, dass ich mal großer Prinz werde", sagte er zum Abschied.

Gemeinsam mit Kira I. (Torunski) fügte der scheidende Kinderprinz am Dienstag das obligatorische Bild der „Ahnengalerie" im Oldenburger Hof hinzu. Und auch Kira will dem Fasching treu bleiben: „Erst als Ehrendame, dann als Prinzessin" sagte sie.

Beide waren an ihrem letzten Tag im Amt noch einmal in Kleid und Uniform geschlüpft. Und nachdem bei Phillip die Ärmel und Hosenbeine verlängert sowie die Einlegesohlen aus den im Februar noch eineinhalb Nummern zu großen Stiefeln genommen worden waren, passte der Dress wie angegossen. Kira hatte das Kleid gleich etwas größer nähen lassen. „Nur die Schuhe drücken ein bisschen", verriet sie.

Alexander Meyer übermittelte dem Prinzenpaar den Dank des Kinderfaschingteams: „Es hat uns sehr viel Spaß gemacht, mit euch zu feiern. Leider könnt ihr nicht auf Wiederwahl plädieren."

Am 11.11. hat sich das Wetter dem Faschingsauftakt möglichst anzupassen – folglich wusste GGV-Präsident Uwe Meyer die Regentropfen, die am Dienstagmorgen gegen die Fensterscheiben im Oldenburger Hof prasselten, auch gleich richtig einzuordnen: „Das sind Freudentränen, weil die 5. Jahreszeit begonnen hat!"

Dabei schienen Abschiedstränen in diesem Moment eher angebracht, denn für das scheidende Prinzenpaar hatten die letzten Stunden geschlagen. Wie es die närrische Tradition verlangt, verewigten sich Annika Wardenburg und Stephan Neitzel mit einem Foto, das an ihre Regentschaft erinnert, in der „Prinzen-Galerie" an der Wand des Gasthofes.

Von allzu großem Schmerz angesichts des bevorstehenden Abgangs vom Narrenthron war bei Annika I. und Stephan I. aber wenig zu spüren – im Gegenteil: Beide scherzten munter mit den Präsidiumsmitgliedern der Gemeinschaft Ganderkeseer Vereine (GGV). „Annika hat es mit der Wiederwahl ja noch probiert", flachste der Prinz angesichts der Tatsache, dass nach dem ungeschriebenen GGV-Gesetz nun wieder Tollitäten an der Reihe sind, die sich im Stand der Ehe befinden. Annika I. (geb. Drieling) hatte im Frühjahr ihren Bräutigam Dennis Wardenburg geheiratet. Für Stephan Neitzel war es nun aber zu spät, um noch einmal als Prinz in Frage zu kommen: „Das Standesamt ist heute leider geschlossen", hatte er schon erfahren.

Die einjährige Amtszeit hat beiden aber auch ausreichend Erlebnisse beschert – eine Wiederholung muss nicht unbedingt sein. Sie scheide mit einem lachenden und einem weinenden Auge, sagte Prinzessin Annika, die sich besonders bei den Nachbarn für die Unterstützung übers Jahr bedankt.

Einen abschließenden Dank an das Prinzenpaar richtete Uwe Meyer: „Ihr wart ganz toll!" Beim Foto-Termin an der Foto-Wand allerdings musste der Präsident den Prinzen doch noch einmal rügen: Der hatte nämlich bei diesem Anlass sein Zepter vergessen – und die Fotografen mussten noch einmal abdrücken.

Mit dem Zepter in der Hand ging es danach zur beinahe letzten Amtshandlung – und mit einem von Prinzenpaar-Begleiterin Sigrid Meyer angeordneten Schuhwechsel: Auf dem matschigen Festplatz an der Raiffeisenstraße durfte das Prinzenpaar mit seinen Ehrendamen einen Baum pflanzen – auch das verlangt ein mittlerweile 15 Jahre alter Faschings-Brauch. Dabei schien aber schon wieder die Sonne – Petrus hatte sich jetzt offenbar so richtig auf den Start in die 5. Jahreszeit eingestellt.