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Hier und da baumelten noch ein paar bunte Luftballons an der Umzugsstrecke und vereinzelt begegnete man im Ganderkeseer Ortskern am Sonntag sogar noch mal einem Narren im Kostüm. Der Tag nach dem großen Faschingsumzug - Vertreter der Gemeinschaft Ganderkeseer Vereine (GGV), der Polizei, des Deutschen Roten Kreuz (DRK) und Technischen Hilfswerkes (THW), der Feuerwehr, des Elko Sicherheitsdienstes und der Gemeindeverwaltung nahmen ihn zum Anlass, um gemeinsam Bilanz zu ziehen. Und dabei kam auch noch einmal der Brand des Festwagens, der das Großereignis überschattet hatte, zur Sprache.
Dennoch sprach Klaus Meyer von der GGV am Sonntag von einer 'gelungenen Sache' und einem 'farbenprächtigen Bild'. Die Beteiligung sei gut gewesen. Nur zwei Absagen habe man von angekündigten Gruppen verbucht.
Laut GGV-Mitglied Fritz-Werner Bergmann waren 3600 Umzugsteilnehmer zu Fuß oder auf Festwagen unterwegs. 33.000 Zuschauer hätten als Zaungäste das Ereignis verfolgt. Im Vorfeld seien nach Angaben von Meyer Straßen und Wege von 490 Kubikmeter Eis und Schnee befreit worden. Er lobte Firmen und freiwillige Helfer, die fleißig mitangepackt hatten. Bergmann über den Bonbonregen: 'Kamelle wurden genug geworfen, aber zu wenig aufgehoben - wer mag schon nasse.'
Am Nachmittag gegen 16.30 Uhr kam es dann zum Unglücksfall auf dem Habbrügger Weg. Feuerwehr, vier Rettungs- und ein Notarztwagen rückten an. Gemeindebrandmeister Horst-Dieter Meyer schilderte die Situation: 'Durch einen gasbetriebenen Heizlüfter auf einem Festwagen waren Baströcke in Brand geraten.' Mediziner Helmut Schühle zufolge wurden zwei Rettungshubschrauber angefordert. Drei Menschen hätten schwerere Verbrennungen an Händen, Beinen und im Gesicht erlitten und wurden in Spezialkliniken gebracht. 'Es bestand aber keine Lebensgefahr', sagte Michael Pleus vom DRK. Ein vierter Patient sei noch glimpflich davongekommen. Er wurde in einem Delmenhorster Krankenhaus versorgt. Der Umzug habe nur kurz, maximal 15 Minuten gestoppt werden müssen.
Vorsorglich habe das DRK anlässlich des Faschingsumzuges einige Ruhe- und Behandlungsplätze eingerichtet. Darüber hinaus standen 20 Feldbetten als Reserve zur Verfügung. 'Es hat sich keiner was gebrochen', berichtete Pleus. 32 Festteilnehmer seien in diesem Jahr behandelt worden. Unter anderem mussten Verstauchungen versorgt und vier Wunden genäht werden. 'Die Anzahl der Straftaten ist deutlich zurückgegangen', hatte Polizeichef Rolf Cramer bemerkt. Während es im Vorjahr 15 Mal zu Körperverletzungen gekommen sei, seien es in diesem Jahr neun gewesen. Sieben Mal habe ein Platzverweis ausgesprochen werden müssen, einmal wurde jemand in Gewahrsam genommen. Diebstähle und Sachbeschädigungen hielten sich laut Cramer ebenfalls in Grenzen. 'Bei Kontrollen wurden 330 Personen überprüft', erläuterte der Polizist. '13 Ordnungswidrigkeitsverfahren wurden eingeleitet. In vier Fällen mussten die Eltern ihre Kinder abholen.' Cramer lobte zudem 'die gute Zusammenarbeit mit dem Sicherheitsdienst'. Letzterer und das Technische Hilfswerk vermeldeten 'keine besonderen Vorkommnisse'.
Der in den vergangenen Jahren durchschnittlich angefallene Abfall habe nach Angaben von Fritz-Werner Bergmann zwischen sieben und acht Tonnen betragen. Diesmal sei es doppelt so viel gewesen, was aber auf die Wetterverhältnisse zurückzuführen sei, da viel Müll längere Zeit nicht sichtbar unter der Schneedecke verborgen geblieben war. Besonders gefreut hatte Bergmann hingegen diese Feststellung: 'Immer mehr Besucher kommen kostümiert - teilweise sehr, sehr aufwändig.' |