Super-Stimmung von Anfang an
Geschrieben von Nordwest Zeitung   
Sonntag, 20. Februar 2011
Büttenabend Aktive und Gäste kommen sehr schnell in allerbeste Feierlaune
Die Premiere ist gelungen. Das Publikum spendierte reichlich Beifall.

BildDie große Narrenschar in der gut besetzten Festhalle musste am Freitagabend auf den großen Augenblick nicht warten: Pünktlich um 20 Uhr wurde mit dem traditionellen Trommelwirbel der erste Büttenabend der Faschingssession 2011 eröffnet. Im Gegensatz zu anderen Jahren sprang der Funke recht schnell über: Das Publikum kam zügiger als gedacht in Feierlaune.

Dem Prinzenpaar Torsten I. und Merle I. war das Lampenfieber kaum anzumerken. Lediglich als der bühnenunerfahrene Prinz beim Faschings-Schlachtruf „he geiht“ bereits beim zweiten Mal stoppte, was klar, wie hoch sein Puls schlug. Merle I. hingegen hatte in früheren Jahren bereits in verschiedenen Garden alles gegeben. „Für mich ist ein Traum wahr geworden“, verkündete sie in ihrer Antrittsrede. „Ich wünsche Euch ein tolles Programm“.

Die Ex-Prinzenpaare präsentierten wieder ein neues Faschingslied, das es durchaus zu einem Ganderkeseer Evergreen bringen könnte. Nahezu ein Evergreen ist der Baron vom Ganterteich: Torge Kublank lästerte wieder über Politiker und die Gemeinde, die jetzt mit der Fertigstellung des Festplatzes ernst mache wolle. „Sie schickt einen zweiten Bauarbeiter.“

Beim Programm-Menü hatte das Team um Dirk Wieting die Zutaten zum 60. Faschingsgeburtstag etwas verändert: Eine Prise Erotik, fein eingemixt in eine große Portion Tanz, dazu mal derben, mal feinen Witz und ganz, ganz viel Musik – das kam an. Was den Part Erotik/Tanz angeht, sorgte die Männliche Prinzengarde für eine handfeste Überraschung: Ihre 13 Paarhufer bewiesen, dass Kühe sexy sind – zumindest dann, wenn sie in knappen Fellen rustikal übers Parkett stampfen.

Deutlich schneller waren da schon die Bewegungen der rockenden Lolly Pops – was auch kein Wunder ist: „You’re the one that I want“ (du bist der, den ich will) geht nur schnell. Die „Ladykracher“ machten ihrem Namen alle Ehre: Als graue Zombies setzten die gelenkigen Damen einen richtigen „Thriller“ in Szene. Garantiert nicht zu vergessen: die Garde’n Angels, diesmal in ultrakurzer Polizeiuniform hurtig auf der Bühne unterwegs.

Garantiert nicht vergessen ist im Fasching auch die Chaos Combo. Nach zehnjähriger Abstinenz meldete sich die Torunski-Truppe mitreißend zurück – mal schnell wie Speedy Gonzales, mal schneller werdend wie das Trompeten-Echo. Die Bookhorn Allstars und Querbeat setzten noch eins drauf – die einen mit stimmungsvollen Schlagern, die anderen mehr maritim.

Logisch, dass auch für die Gäste aus dem nahen Delmenhorst wieder etwas dabei war – sie bekamen ihr Fett ab. Genüsslich nahm Schreiberling Hergen Schelling die vielen Abspaltungen im Rat der Delmestadt auf die Schippe: „Die Delmenhorster Politik, die hat was von Atomphysik: Kleine Teilchen, stets am Wandern, von einer Seite hin zur andern, einige sind isoliert, and’re völlig explodiert.“

Da lenkte der Delmenhorst-Import Markus Weise den Blick dann doch lieber unter die Erde: „Hörst du die Regenwürmer husten, wenn sie durchs dunkle Erdreich zieh’n“, sang er nach den Noten des My fair Lady-Hochzeitsliedes – und der Saal sang natürlich mit.