| Schnipp-Schnapp im Sekundentakt |
| Geschrieben von Hergen Schelling (Nordwest Zeitung) | |
| Sonntag, 19. Februar 2012 | |
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Weiberfastnacht Prinzessin mit Gefolge im Einsatz Prinzessin Jana I. und ihre Ehrendamen hatten es auf Krawatten abgesehen. Im Rathaus war man gut vorbereitet. Schlichtes Taubengrau aus dem Büroalltag, leuchtendes Türkis mit Auffall-Garantie, schräg gestreiftes Schwarz-Gold für den edlen Anlass oder grelle Landschaftsmalerei vom Grabbeltisch: Der Krawattenfundus von Iris Hentemann umfasst so ziemlich alle Farben und Muster, die im Laufe der vergangenen Jahrzehnte die Krawattenmode geprägt haben. „Die sammel’ ich das ganze Jahr über“, verriet die Sekretärin der Bürgermeisterin am Donnerstag – da hatte sie gerade tief in ihre Kiste gegriffen, um die Kollegen im Rathaus angemessen auszurüsten für den närrischen Anlass. Denn zur Weiberfastnacht gehen nicht nur in den rheinischen Karnevalshochburgen die Frauen den Männern an den Kragen, sondern traditionell greifen auch in Ganderkesee Prinzessin und Ehrendamen zur Schere – zuerst immer im Rathaus. Und dass dabei Jana I. (Westermann) und ihr Gefolge erstens auf lauter Männer trafen, die einen Schlips am Kragen baumeln hatten, dessen einschneidende Verwandlung in zwei nutzlose Stücke Textil ihnen zweitens nicht als schmerzhafter Verlust erschien, hatten beide Seiten der aufmerksamen Vorbereitung von Iris Hentemann zu verdanken. Selbst vorgesorgt hatte indes Rainer Heinken: Der Fachdienstleiter Soziale Hilfen kaufte vor einiger Zeit „gleich ein halbes Dutzend“ Billigkrawatten in knalligen Bonbonfarben und mit kitschigem Motiv für eben diesen Donnerstag. Da hatte er gut lachen, als die Prinzessin ihn, schnipp-schnapp, von einem der Binder entband. Nicht überall standen die Herren dem schneidigen Damen-Quintett so aufgeschlossen gegenüber. „Bei der OLB war einer, der hatte wohl seinen besten Schlips um“, erzählte Ehrendame Franziska Bode, „den haben wir dann auch verschont.“ Ansonsten kannten sie und ihre Scheren-Schwestern aber keine Gnade – weder in der Volksbank noch in der NWZ -Redaktion, die sie ebenfalls aufsuchten. Danach ging’s weiter nach Delmenhorst, um im dortigen Rathaus einen guten Schnitt zu machen. |