| Plötzlich Prinz und Prinzessin |
| Geschrieben von Tina Hayessen (Weser Kurier) | |
| Sonntag, 9. Januar 2011 | |
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Funkenmariechen oder Kinderprinzessin - wer zwischen diesen begehrten Titeln wählen darf, dem müssen die Faschingsgötter besonders wohlgesonnen sein. Mariele I. stand vor der Entscheidung und wie man ihrem Titel entnehmen kann, hat sie die royale Rolle für die fünfte Jahreszeit gewählt. Kinderprinz Joscha I. dagegen benötigte keine Bedenkzeit als das Greifkommando vor der Tür stand - er entschied sich ohne zu zögern für Zepter und Prinzgewand. Als das Greifkommando im Oktober vor der Tür von Familie Goette steht, ist es Joscha, der die Vertreter der Gemeinschaft Ganderkeseer Vereine (GGV) begrüßt - allerdings weiß er weder, wer sie sind, noch, dass sie sich wegen ihm abends nach Falkenburg aufgemacht haben. "Sie haben gefragt, ob mein Vater und meine Mutter da sind", erinnert sich der Zehnjährige. Nach einem kurzen Gespräch mit den Eltern stellen ihm die Männer die entscheidende Frage: "Willst du Kinderprinz werden?" Trotz seiner Aufregung kam die Antwort prompt: "Natürlich wollte ich", erinnert sich Joscha. Die Kinderprinzessin allerdings zögerte kurz - denn Mariele I. ist gestandene Tänzerin der Roten Garde, die ihre Mutter Ute Tober trainiert. In dieser Session sollte sie Funkenmariechen werden. "Das kann ich auch nächstes Jahr machen", entschied Mariele schließlich, denn: "Kinderprinzessin, das wird man nur ein Mal." Werfen oder essen? Die beiden Königskinder Mariele und Joscha kannten sich übrigens vor ihrer Ernennung noch nicht - und das obwohl die Eltern bereits gut miteinander bekannt sind, schließlich haben die Mütter jahrelang gemeinsam in der Garde getanzt. Doch schon nach den ersten Treffen ist klar, dass sich Prinz und Prinzessin bestens ergänzen. Auf die Frage, worauf sich die beiden im Fasching am meisten freuen, nennt Mariele I. an erster Stelle den Festumzug: "Dann kann ich mit Süßigkeiten werfen", erzählt die Zehnjährige und Joscha I. fügt genießerisch lächelnd hinzu: "Ich esse die Süßigkeiten dann!" Dass dem Kinderprinzen der Schalk - oder besser gesagt der Narr - im Nacken sitzt, darf niemanden wundern. Schließlich ist Joscha an dem wichtigsten Faschingsdatum überhaupt geboren - am Rosenmontag. Dass ihre repräsentative Aufgabe sie in den nächsten Monaten ganz schön in Atem halten wird, wissen die beiden Zehnjährigen. Joschas Fußballmannschaft und Marieles Handballteam werden für eine Weile ohne sie auskommen müssen - Adel verpflichtet. Auch für das Tanzen im Ballett und bei der Roten Garde wird die Kinderprinzessin weniger Zeit haben. Schließlich gibt es aber auch viele Vorteile, wenn man nicht mehr als Gardetänzerin auf der Faschingsbühne steht, sondern der Mittelpunkt des Geschehens ist. "Auf das Kleid freue ich mich besonders", verrät Mariele, die natürlich nichts über Farbe und Aussehen des Ornats erzählen darf. Die größte Geheimniskrämerei haben Mariele und Joscha allerdings schon hinter sich - und sind zusammen mit ihren Eltern heilfroh darüber. "Bei der ersten offiziellen Zusammenkunft mussten wir richtig lügen, auch Oma und Opa durften nichts wissen", erinnert sich Ute Tober an die Zeit, in der das Kinderprinzenpaar noch streng geheim gehalten werden musste. Jetzt dürfen es alle wissen - und auch die Gruppen und Vereine bekommen bald Besuch vom Kinderprinzenpaar. Nächste Woche geht es los. Wann sie bei wem vor der Tür stehen ist aber wieder, wie immer, streng geheim. |