| Nostalgie pur in der Faschingskommune |
| Geschrieben von Helmuth Riewe (Delmenhorster Kreisblatt) | |
| Mittwoch, 19. Januar 2011 | |
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Erstmals haben sich Ganderkesees ehemalige Kinderprinzenpaare zum Gemeinschaftsfest eingefunden. Premiere: Kinderfaschingsleiter Alexander Meyer hat zur Feier der Ex-Kinderprinzenpaare geladen. Die Majestäten sind begeistert. Mehr als 50 ehemalige Kinderprinzessinnen und Kinderprinzen sind am Sonnabend dem Ruf in das Vereinsheim des Spielmannszug Ganderkesee in Bookhorn gefolgt, um dort in fröhlicher Runde zu feiern und Erinnerungen aus sechs Jahrzehnten Kinderfasching auszutauschen. Die weiteste Reise hatte die Prinzessin des Jahres 1983, Katja Engelmann, auf sich genommen, die aus Hamburg angereist war, um an dem Spektakel teilzunehmen. Neben Filmen über die Umzüge um den Ring, einem Quiz rund um die Geschichte des Ganderkesee Faschings sowie einer launigen Büttenrede von Melanie Tönjes-Pleus fanden vor allem die alten Fotos Beachtung, die an die Anfänge des Kinderfaschings in den 1950er Jahren erinnerten. Zur Freude der Veranstalter war mit Helga Kühn und Helmut Schlüter auch das allererste Kinderprinzenpaar aus dem Jahre 1953 in Bookhorn anwesend. Gemeinsam mit den Prinzessinnen aus den Jahren 1955 und 1957, Ursula Kreye und Hilde Kirchhoff, plauderten sie munter aus der Frühzeit der fünften Jahreszeit in Ganderkesee. So wussten die drei Ex-Kinderprinzessinnen, die allesamt später auch zu ,,echten" Faschingsprinzessinnen aufstiegen, lebhaft von dem Auswahlverfahren zu berichten, das schon früh einen erstaunlichen Organisationsgrad erreicht hatte. Ein ,,Heldengreifkommando" hatte dabei die Aufgabe erhalten, geeignete Kinder für die anstehenden aufwendigen Feierlichkeiten einzuwerben. ,,Die sind damals zu den Eltern gegangen, die Kinder wurden zunächst nicht gefragt", berichtete Hilde Kirchhoff am Sonnabend. Die erste Kinderprinzessin, Helga Kühn, war allerdings frühzeitig über die anstehende Aufgabe benachrichtigt worden, da ihr eigener Vater, Gustav Schütte, zu den Organisatoren des örtlichen Faschings zählte. Erst habe sie nicht gewollt, weiß Helga Kühn noch. Doch nach einer Zeit des Überlegens habe sie an dem Amt Spaß gefunden. In der Familie seien Modeblätter gewälzt worden, um ein passendes Kostüm zu finden. Dann sei der Stoff bestellt und eine Schneiderin ins Haus geholt worden. Ihre damalige Perücke habe der Vater, Inhaber eines Friseursalons, aus den eigenen Beständen beigesteuert. ,,Es war ganz toll, auch wenn es 1953 beim Umzug nur einen einzigen Wagen gab", so Helga Kühn. Gemeinsam mit den übrigen Gästen des Treffens lobte sie die Veranstaltung in höchsten Tönen. Es wäre schön, wenn es in Zukunft weitere Treffen der ehemaligen Kinderprinzenpaare geben würde, stellte sie unter dem Beifall von Ursula Kreye und Hilde Kirchhoff fest. |