Nachbarn mit viel Spaß bei der Arbeit
Geschrieben von Hergen Schelling (Nordwest Zeitung)   
Montag, 7. Januar 2008

Anlieger am Helmut-Denker-Weg drehen fleißig Rosen für das Kinderprinzenpaar
Fast alle der mehr als 500 Haushalte in der Siedlung beteiligen sich.
Von den Prinzen-Eltern werden sie gut versorgt.

Daran hat das „Greifkommando" vermutlich nicht gedacht bei der Auswahl der Kinderprinzen: Kira I. (Torunski) und Phillip I. (Thoma) wohnen beide am Helmut-Denker-Weg – für die Nachbarn also doppelte Arbeit beim Schmücken! Oder auch nicht: Die rund zwei Dutzend Nachbarn, die am Freitagabend in der Garage von Frank Müller am Helmut-Denker-Weg an zwei eng besetzten Tischreihen Papierrosen drehen, sehen die Konstellation eher pragmatisch: Die Arbeit muss ohnehin gemacht werden, ob für ein Haus oder zwei spielt keine große Rolle. Und die Ausschmückung der beiden Prinzenhäuser kann so auch viel besser aufeinander abgestimmt werden.

Zum ersten Mal hat die noch relativ junge Siedlung am Helmut-Denker-Weg Faschings-Tollitäten in ihren Reihen – und dann gleich doppelt. Das hat die Nachbarschaft sofort mobilisiert: Fast alle der mehr als 100 Haushalte machen mit, koordiniert von Birte Seeber. Die Aufgaben wurden aufgeteilt in vier Gruppen. Andrea Loorz und Eugenie Oetjen leiten die Gruppe, die in Müllers Garage Rosen dreht: „Das ist unser drittes Treffen", berichten sie. „Ein paar Stunden Arbeit liegen schon hinter uns."

Wobei aber das Vergnügen nicht zu kurz kommt! Gescherzt wird natürlich auch beim Arbeiten, etwa über die Farben der Rosen, die man gerade anfertigt: „Grün-Weiß mögen wir hier alle", behauptet Oetjen und fragt laut in die Runde: „Wer ist hier kein Werder-Fan?" Nicht ein Mucks ist zu hören . . .

Ob die Werder-Farben am Ende tatsächlich am Haus der Kinderprinzen hängen werden, blieb offen. Bloß nicht zu viel verraten – auch nicht den Eltern der Tollitäten, die zum Gelingen des Ganzen enorm beitragen: „Die Versorgung durch die Eltern ist wirklich gut", lobt Andrea Loorz das „Catering".

In den nächsten Wochen wollen die Nachbarn es weiterhin locker angehen lassen, aber „kurz vor dem Umzug geht es dann rund", erwarten die Gruppenleiterinnen, die vor allen eine Frage bewegt: „Wer steht am 2. Februar um 4 Uhr morgens mit uns auf, um zu schmücken?" Kurzer Blick in die Runde: Alle sind natürlich dabei!