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Garde liebt Tanz und Spiegeleier – 18 junge Damen wirbeln auf der Bühne
Rund 130 Stunden trainiert die Rot-Blaue Garde für ihre dreieinhalbminütigen Auftritte. Diesmal tanzt sie eine Choreographie zu einem Queen-Ohrwurm.
„Diesmal hab’ ich’s durchgeboxt." – Trainerin Tanja Wawrzinek strahlte, als sie auf die Choreographie der Rot-Blauen Garde für die Session ’09 zu sprechen kam. Endlich, endlich hatte sie die jungen Tänzerinnen für ihren Herzenswunsch gewinnen können: „Queen" soll es sein. Mit „Don’t stop me now" will die gelenkige Gruppe die rappelvolle Festhalle so richtig auf Touren bringen.
Im Ganderkeseer Fasching sind die „Rot-Blauen" so etwas wie eine Institution. Allgemein bekannt ist, dass die jungen Damen vieles gemeinsam haben: Alle lieben es zu tanzen, alle sind gertenschlank, alle sind ein Stück weit „faschingsverrückt".
Aber da ist noch mehr, was die (16 bis 34 Jahre) jungen Damen zur eingeschworenen Gemeinschaft macht: Da werde schon mal nach dem Büttenabend die ganze Nacht in der Umkleidekabine gefeiert, verriet Sabine Jeschar, ebenfalls Trainerin, mit einem Augenzwinkern. Und: Die Rot-Blauen lieben das obligatorische Spiegeleier-Essen, vornehmlich vorm Morgengrauen.
Für die Garde ist der Fasching quasi „Ganzjahresveranstaltung". Auch in der faschingslosen Zeit trifft man sich einmal monatlich – „zum Schnabbeln", wie Tanja Wawrzinek es vergnügt beschrieb. Das Gemeinschaftsgefühl sei absolut wichtig, erklärte die Trainerin. „Der Tanz ist nur harmonisch, wenn Sympathie besteht – Sympathie gegenüber den anderen und auch gegenüber der Musik." Denn wenn das nicht so wäre, „sieht man das", ist sie überzeugt.
Nach den Sommerferien hatten die Rot-Blauen mit dem Training begonnen – traditionell am Dienstagabend, traditionell in der Aula der Förderschule. Darüber hinaus legte die Gruppe am 13. Dezember einen gesonderten Trainingstag ein, da wurde im Spiegelsaal des TSV-Vereinsheims am Immerweg geprobt. Alles in allem kämen wohl so 120 bis 130 Stunden an Vorbereitungen zusammen – für einen Auftritt, der gerade mal dreieinhalb Minuten dauert. Genauer: „dreieinhalb Minuten plus X", denn meistens lässt das Publikum die Rot-Blauen erst nach einer Zugabe von der Bühne.
Die Trainerinnen, zu denen Maren Steenken als Dritte im Bunde zählt, kündigten an, dass erstmals seit mehreren Jahren wieder 18 Tänzerinnen über die Bühne wirbeln werden (üblich sind eher 16). „Mehr geht da nicht", erläuterte Tanja Wawrzinek. Ein Grund für die große Zahl: Die Rot-Blaue Garde hat diesmal keine Ehrendamen in ihren Reihen – die bei den Büttenabenden ja „nur" zuschauen. |