| Herren erlauben sich Bein-Freiheiten |
| Geschrieben von Hergen Schelling (Nordwest Zeitung) | |
| Samstag, 24. Januar 2009 | |
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Männergarde hat immer tolle Ideen – Auch beim Umzug stark gefordert Die Garde steht nicht nur auf der Bühne, sondern auch den Prinzen zur Seite. 23 Männer gehören zurzeit dazu. Die meisten Aktiven beim Büttenabend konzentrieren sich auf ihren Auftritt, gehen auf die Bühne und nach rund zehn Minuten mit Applaus wieder runter – das war’s dann. Aber nicht für die Männergarde. „Wir sind den ganzen Abend gefordert“, sagt Wilfried Heyer, Chef und „Generaloberst“ der 23 Mann starken Truppe. Die eigentliche Aufgabe der stattlichen Herren in den weißen Paradeuniformen ist die Rund-um-Betreuung des Prinzenpaares: rein in den Saal, raus aus dem Saal und nach der Pause wieder rein. „Jahrelang haben wir zwischendurch auch noch Lose verkauft“, erinnern sich Heyer und sein Stellvertreter Andreas Dietrich. „Aber dafür war irgendwann einfach keine Zeit mehr.“ Denn die Gardisten sind beim Büttenabend eben nicht nur notwendige Staffage, sondern vor allem auch ein meistens umjubelter Programmpunkte. Jedes Jahr denken sich Heyer und seine Leute etwas Neues aus – und immer wieder kommt die Melange aus Tanz, Gesang, Parodie und Slapstick beim Publikum bestens an. „Wir sind nicht die besten Tänzer und nicht die besten Sänger“, macht Andreas Dietrich in Bescheidenheit, „aber wir haben immer wieder tolle Ideen.“ Unvergessen der Auftritt beim Büttenabend 2008: Als Synchronschwimmer im Haifischbecken zeigten die Gardisten viel Bein. Das taten sie auch ein Jahr zuvor, nur steckten die Beine damals bei der St.-Pauli-Nummer in Hot-Pants und weit übers Knie reichenden Lackstiefeln. Um die Kostüme übrigens kümmern sich die Männer in der Regel selber. „Wenn’s sein muss, nähen wir auch“, betont Heyer. Gedanken über ihren Büttenabend-Auftritt machen sich die Mitglieder im Grunde das ganze Jahr über. Einmal im Monat treffen sie sich zum Stammtisch, „da werden die Ideen gesammelt“, meint Dietrich. Mit der Umsetzung beginnen sie meistens nach dem Herbstmarkt, trainiert wird dann wöchentlich in der Aula der Förderschule. Noch stärker gefordert als beim Büttenabend ist die Garde freilich am Haupttag des Ganderkeseer Faschings. „Die vielen Details beim Umzug um den Ring erfordern eine große Logistik“, sagt Heyer. Schon vor 14 Uhr setzt der Abholplan jede Menge Termine. Beim Umzug hat die Prinzengarde dann ihren festen Platz vor dem Prinzenwagen und übernimmt alle möglichen Hilfsaufgaben wie etwa das Nachfüllen der Bonschen-Vorräte. „Wir sorgen dafür, dass das Prinzenpaar alle Zeit hat, um den Umzug zu genießen“, so Heyer. Nachwuchsprobleme hat die Männergarde nicht, neue Bewerber dürfen sich aber gern bei Wilfried Heyer oder Andreas Dietrich melden. Interessenten müssen über 18 Jahre alt sein und ein gewisses Durchhaltevermögen mitbringen. „Für mindestens fünf Jahre sollten sie sich schon verpflichten“, erklärt Heyer. Allein schon wegen der Uniform – die kostet nämlich knapp 2000 Euro. |