Grazile Beinarbeit im Haifischbecken
Geschrieben von Karten Kolloge (Nordwest Zeitung)   
Freitag, 18. Januar 2008

Mutige Männergarde geht bei Büttenabend baden – Lachsalven schon bei Generalprobe
Viel Haut ist während der Büttenabende zu sehen - Und das nicht nur beim Wasserballett. Zum Schluss hin drehen die Akteure kräftig auf.

Manch einer hat es ja schon immer geahnt: Auf Ganderkesees Büttenabenden geht es zu wie in einem Haifischbecken. Wer’s nicht glaubt, dem sei die Session 2008 empfohlen. Da wagt sich die mutige Männergarde mitten hinein ins gefährliche Becken – und zeigt olympiareifes Wasserballett. 22 mehr oder weniger grazile Beine ragen aus dem kühlen Nass, bewegen sich synchron zur Musik. Schon bei der Generalprobe war der lachende Saal hin und weg.

Auf 16 schwungvolle, großenteils witzige Darbietungen können sich die Büttenabend-Besucher diesmal freuen, bei der Premiere sind es sogar 17. Dann werden etwa 30 Akteure der Sambaschule Oldenburg-Eversten trommelnd und tanzend einen Hauch vom (freizügigen) Karneval in Rio mit in die Festhalle bringen.

Drei Büttenredner sind dabei. Mit Holzschuhen schlurft nach kurzer Abstinenz Breitcord-Hochwasserhosen-Träger Bernhard Jürgens wieder auf die Bühne. Noch etwas mitgenommen von einer Erkältung, brachte er bei der Probe die Lachmuskulaturen nur „testweise" in Schwung: „Frauen an die Macht", fordert der Mann mit dem klaren Weltbild – und sagt auch gleich, wie: „Macht sauber, macht Essen, macht die Betten." Auch ein kleines Rätsel hat der Frauenversteher mitgebracht: Der Unterschied zwischen einer italienischen Schwiegermutter und einem Nilpferd? „Fünf Kilo."

Während Werner Nolte aus seiner Praxis als Landarzt erzählt, nimmt Schreiberling Hergen Schelling sich der regionalen Politik an – und geht mit Delmenhorst hart ins Gericht: „Ihr kriegt hier gleich das große Frieren, Ihr wolltet uns zubetonieren." Sein Thema: die so genannte Entwicklungsachse. „Das einzige, was ich entwickel’, ich krieg’ vor Wut am Hintern Pickel".

Einen Koffer voll Kostüme bringt Moderator Markus Weise mit. Mal versucht er als einzelner Beatle, mal als Hausmeister Achim Göttsching, mal als Brisko Schneider, mit dem Publikum die Bewegungen zu einem Kinderlied einzustudieren. Kostproben seiner Schlagfertigkeit gab das Original schon bei der Generalprobe: „Wir kleben Euch hier Freitag Füße auf den Boden", grinste er in Richtung Blues Paradox, als das Trio beim Abmarsch die falsche Richtung einschlug.

Apropos Blues Paradox: Die Büttenabend-Neulinge machen sich singend ihren Reim auf Schönheits-OPs: „Den Po schön angehoben, zwei Rippen rausgetrennt, für eine Wespentaille, da ist sie ungehemmt".

Als „Bunnys" kommen diesmal die Garde’n Angels daher, die nicht nur mitreißende Tänze, sondern auch viel Haut zeigen. Mitreißend ist auch die Musik an diesem Abend – etwa die von Querbeat: Das Fleischer-Quintett kommt, ganz brav und nach Manier der frühen Beatles, mit Schlips und schwarzer Weste in den Festsaal – um denselben wenige Sekunden später mit reichlich Beat und Rock aus dem Häuschen zu bringen