| Ganderkesee startet mit einem Abschied in die Session |
| Geschrieben von Tina Hayessen (Weser Kurier) | |
| Freitag, 12. November 2010 | |
Der 11.11., das ist vor allem ein Anfang. Denn schließlich beginnt - sobald die Uhren 11.11 Uhr anzeigen - die Faschingssession. Für Prinzenpaar, Ehrendamen und Kinderprinzenpaar bedeutet der Anfang aber auch ein Ende: Die Auftaktveranstaltung ist ihr letzter offizieller Auftritt im Ganderkeseer Fasching.![]() Eine auch nach außen sichtbare Erinnerung an Prinz und Prinzessin ist der Baum, den die beiden am neuen Festplatz gepflanzt haben. Die Physiotherapeutin aus Bookhorn und der selbstständige Kfz-Techniker-Meister mussten gestern zwar nicht mehr selbst Hand anlegen - fleißige Hände hatten den Baum bereits eingesetzt - zeigten aber viel Freude dabei, die Erde noch ein wenig zu lockern. Die Ehrendamen, die zu ihren feinen Kleidern modische Gummistiefel trugen, beteiligten sich an der Pflanzaktion, indem sie das junge Bäumchen mit reichlich Wasser versahen. Auf die schöne Zeit', sagt Ehrendame Svenja Kallage gestern im Oldenburger Hof noch bevor es die elfte Stunde geschlagen hat und hebt ihr Glas. Prinz Jörg I. ist weniger feierlich gestimmt: 'Auf die letzten Stunden', lacht er und bekommt von Seiten der ihn umringenden Frauen böse Blicke zugeworfen. Kein Wunder: An den Gedanken vom Abschied aus Amt und Würden können sich die Ehrendamen noch nicht gewöhnen, versichern sie. 'Das wird schlimm, wenn wir erstmal auf den Büttenabenden sind - ganz ohne Kleid und ohne Ehrendamen zu sein', sagt Sandra Loorz. Svenja dagegen ist es am 11.11. besonders flau im Magen: 'Heute finde ich es schlimmer - alles fühlt sich so nach Abschied an.' Doch vor dem endgültigen Abschied kommt laut Faschingsordnung der offizielle Auftakt. Mit einem dreifachen 'Hinein und he geiht' eröffnet GGV-Präsident Uwe Meyer die 60. Faschingssession. 'Ich hoffe, dass es nicht so turbulent weitergeht wie es bisher der Fall war', kommentiert Meyer die negativen Schlagzeilen, die der Fasching wenige Tage vor seinem Beginn gemacht hat. So wird noch immer heiß über die 20000 Euro, die seit Februar aus der GGV-Kasse verschwunden sind, diskutiert. Darüber hinaus hat der langjährige Zeremonienmeister und Festumzugs-Organisator Klaus Meyer kurzfristig seinen Rücktritt erklärt. Auch der Posten von Klaus Meyers Stellvertreter, Vize-Umzugsleiter Fritz-Werner Bergmann, steht dem Vernehmen nach zur Debatte. 'Was da passiert, ist noch nicht geklärt', stellt Uwe Meyer fest. Um etwas Bleibendes zu hinterlassen, hängen die Faschings-Majestäten nach alter Tradition schließlich ihr Bild im Oldenburger Hof auf. Die 'Ahnengalerie', die bis ins Jahr 1952 zurück reicht, zeigt die Prinzenpaare der Vergangenheit. Auch Nina I. (Rüttgardt) und Jörg I. (Neitzel) sind dort von nun an - portraitiert in vollem Ornat - zu sehen. |
