Fulminantes Faschings-Feuerwerk
Geschrieben von Karsten Kolloge, Frank Jacob und Hergen Schelling (Nordwest Zeitung)   
Montag, 9. Februar 2009
Ganderkesees Narrenschiff legt ab – Weise bringt Saal zum Toben
Ganderkesees Narren zündeten ein Feuerwerk der guten Laune. Ein wermutstropfen beim ersten der vier Büttenabende: "Nur" 667 Gäste feiern mit.
Manchmal ist Ganderkesees Faschingsgemeinde wie ein Diesel. Sie kommt langsam auf Touren – ist aber irgendwann kaum mehr zu bremsen. So geschehen am Freitagabend in der festlich geschmückten Steinacker-Halle: Erst wurde beim schwungvollen Auftritt des Spielmannszuges noch zaghaft mitgeklatscht, dann kamen wenig später bei den Ladykrachern und beim Schreiberling bereits Zugabe-Rufe – und spätestens beim schwarzen Garde-Schaf Markus Weise stand der Saal Kopf. Da gab’s kein Halten mehr.

Zunächst die Zahlen. Auf 16 Programmpunkte können sich die Büttenabend-Besucher diesmal freuen. Das Rezept des Regieteams ist einfach und genauso erfolgreich: Show und Tanz, Zwerchfellmassage und Ohrwürmer sind die Bestandteile, „von allem reichlich“ lautet die Dosierungsanleitung.

Ein Wermutstropfen bei der Premiere: „Nur“ 667 Gäste waren gekommen. Doch schon am heutigen Sonnabend werde es wieder rappelvoll sein, hieß es von der GGV.

Als Moderatoren führten erstmals Gesa Stieneker-Intemann und Andre Laqua durchs Programm. Letztmalig war die Initiative Volkslied für Ganderkesee dabei, die sich mit einem Potpourri und gewohnt flapsig verabschiedet: „Fette Weiden, schöne Maiden – Ganderkesee“.

Einen amüsanten Streifzug durch die Lokalpolitik unternahm Schreiberling Hergen Schelling – der sich bei diesem Gang zum Beispiel über den samtigen Umgang im Verwaltungsbau wunderte: „In jedem andren Rathaus knallt’s, doch unsere fall’n sich um den Hals“.

Schweres Geschütz fuhr nach der Pause die Band Querbeat auf: „Volle Granate (Renate)“ und „Presslufthammer (Bernhard)“ rüttelten das Publikum durch. Mit dem Torfrock-Medley war denn auch das passende Fundament bereitet für die nächste Stimmungskanone vom platten Lande – Bauer Bernhard Jürgens hatte wieder allerhand erlebt mit Viehzeug, Bauersfrauen oder Wachtmeistern: „Sie fahren mit 80 durch Ganderkesee“, habe ihn ein Streifenpolizist ermahnt. Die Sache habe er aber schnell klären können: „Das liegt nur an meinem Hut, dass ich so alt aussehe!“ Mit Hut und Bart kam auch die männliche Prinzengarde auf die Bühne: Sieben Zwerge und eine Handvoll weiterer märchenhafter Gestalten führten die närrische Variante der Geschichte vom „Schneewittchen“ auf.

Der Queen-Hit, zu dem die rot-blaue Garde 36 Beine in die Luft warf, wurde leider nicht beherzigt: „Don’t stop me now“, hieß er – aber das Programm war dann doch fast zu Ende. Treffender erschien der Wolfgang-Petry-Titel, mit dem die Bookhorn Allstars den tollen Schlusspunkt setzten: „So ein Wahnsinn!“