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So ein großer Faschingsumzug grenzt gelegentlich an höhere Mathematik. Für die Ganderkeseer Umzugsleiter Klaus Meyer und Fritz-Werner Bergmann ist die Rechnung einfach: Mehr als 3600 Teilnehmer und eine 3,7 Kilometer lange Umzugsstrecke - damit müsste beim 'Fasching um den Ring' der Ringschluss möglich sein. Theoretisch jedenfalls. Im Wege stehen dem jedoch zwei Eisenbahnschranken im Streckenverlauf, die sich alle 30 Minuten kurzzeitig schließen. Außerdem ziehen die Narren bevorzugt in Pulks um den alten Ortskern herum.
 Am Sonnabend, 13. Februar, Punkt 14 Uhr setzt sich der Tross in Bewegung, der sich zuvor auf der Bergedorfer Straße formieren wird. Für eine Handvoll Gruppen wäre sicher noch Platz, so Meyer. Doch mit 36 Festwagen und ebenso vielen Fußgruppen, 18 Kapellen mit fast 500 Musikern sowie 25 Fußgruppen mit Mottowagen ist das Aufgebot einmal mehr respektabel. Meyers Kollege Bergmann hat beobachtet, dass die unbemannten Mottowagen, die früher noch überwiegend von Hand gezogen wurden, immer größer geworden sind.
Die Gruppengröße variiert zwischen einer Person - Johannes Seidel ist als Lachender Musikant schon Stammgast - und 140: 'Der Ortsverein Schlutter-Holzkamp-Hoyerswege stellt wieder die zahlenmäßig stärkste Formation' , weiß der Paradenplaner. In diesem Jahr ist das freilich eine Frage der Ehre, denn der amtierende Faschingsprinz Jörg I. Neitzel ist noch im Vorjahr selbst beim Ortsverein mitmarschiert.
Umzugspremiere für 17 Gruppen
Allein 17 Gruppen sind zum ersten Mal am Start, darunter auch etliche Bremer mit Umzugserfahrung, die nun erfolgreich in der Hansestadt für eine Umzugsteilnahme getrommelt haben. Zum 20. Mal sind in diesem Jahr die Adelheider dabei, die Meyer auf die Startnummer 85 gesetzt hat. 'Unser Einzugsgebiet wird immer größer; es reicht inzwischen bis nach Walsrode und Nienburg', hat Meyer beobachtet. Die weiteste Anfahrt haben indes die Brocken-Hexen mit ihrer dritten Umzugsteilnahme: Ein Ex-Ganderkeseer hat das Faschingsvirus in den Harz getragen; nun kommt die damit infizierte Gruppe zum Umzug und nächtigt in der Immeraner Turnhalle.
Klaus Meyer wird mit Rainer Schwarting die Ansagestelle am Startpunkt Bergedorfer Kreuzung besetzen. Hier will Gerüstbauer Torsten Schreiber für eine kühne Brückenkonstruktion sorgen: 6,20 Meter hoch und 10,50 Meter breit. 'Die wird Freitagabend mit einem Autokran aufgebaut.' Unterdessen ist der Ansageturm auf dem Steinacker-Campus mit dem Comedian Markus Weise und dem Büttenabend-Moderator Gerrit Meyer besetzt. Um den reibungslosen Ablauf des Spektakels kümmert sich ein Heer von fast 600 Helfern. So sorgt etwa ein Funkhilfsdienst dafür, dass bei dem zweistündigen Umzug die Lücken im Lindwurm nicht zu groß werden.
Für motorisierte Besucher von außerhalb gibt es eine großräumige Beschilderung (von Hengsterholz bis Flugplatz sowie an der A 28 von Hude bis Hasport); sie führt zu den Park-and-Ride-Plätzen am Flugplatz sowie im Gewerbegebiet Bookhorn. Von dort verkehren Pendelbusse zum Schulzentrum sowie zur Halle am Habbrügger Weg.
Feuerwehr, THW und DRK sowie - mit einer Einsatzzentrale im Rathaus - die Werder-Sicherheitsprofis von Elko: Sie alle greifen der Gemeinschaft Ganderkeseer Vereine (GGV) tatkräftig unter die Arme. Alle Einfallstraßen werden abgeriegelt und mit Kassenhäuschen versehen. Der Zugang zur Umzugsstrecke kostet drei Euro; wer nach 18 Uhr in einem der Festzelte im Ort weiter feiern will, zahlt zehn Euro. Diese Preise sind seit zehn Jahren stabil, und nach Angaben von Fritz-Werner Bergmann auch weitestgehend akzeptiert. Die GGV verweist dennoch auf ihre Auslagen für Sicherheit und Ordnung, darunter die 35 Toilettenhäuschen, die Glascontainer, die Miete von zwei Kilometer Absperrgittern und der Aufräumdienst. |