| Faschingsfreunde feiern friedlich |
| Geschrieben von Lars Laue (Delmenhorster Kreisblatt) | |
| Montag, 7. März 2011 | |
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45.000 Besucher verfolgten Umzug in Ganderkesee / Veranstalter und Rettungsdienste zufrieden.
Dafür, dass so viele Menschen gefeiert haben und reichlich Alkohol floss, ist es beim ,,Fasching um den Ring" relativ ruhig geblieben: So lautete gestern das Fazit der Polizei und anderer Notfallhelfer, die dennoch nicht ganz untätig bleiben konnten. Fünf Körperverletzungen (im Vorjahr waren
es bei 33.000 Besuchern neun), fünf beschädigte Privatfahrzeuge, drei
Streifenwagen, die in Mitleidenschaft gezogen wurden, eine leicht
verletzte Polizistin, je ein Verstoß gegen das Waffen- und das
Betäubungsmittelgesetz sowie ein Widerstand gegen die Ordnungshüter: So
sieht aus polizeilicher Sicht das Fazit des Faschings um den Ring in
Ganderkesee aus. ,,Ausgelassen und friedlich, jedoch vom Alkohol
dominiert, aber das ist beim Fasching so", fasste Helga Stilke als
Leiterin der Ganderkeseer Polizeistation gestern im
Bilanz-Pressegespräch ihren Eindruck vom großen Faschingsumzug am
Sonnabend sowie von der anschließenden Partynacht zu Sonntag zusammen. Insgesamt zeigte Stilke sich zufrieden mit dem Ablauf der Massenveranstaltung, die am Sonnabend zu Spitzenzeiten nach Schätzungen der Gemeinschaft Ganderkeseer Vereine (GGV) als Veranstalterin rund 45.000 Besucher in den Ortskern zog. Selbst eine ,,kribbelige" Situation nach 22 Uhr, als es vor dem überfüllten Festzelt zu Gedränge gekommen sei, habe mit Lautsprecherdurchsagen geklärt werden können, ohne dass es Verletzte gegeben habe. GGV-Pressesprecher Ralf Hüttemeyer kündigte an, dass der ,,Schützenhof" am Habbrügger Weg nächstes Jahr nach dem Umzug ebenfalls ein GGV-Tanzlokal werden solle, damit sich die Partygäste noch mehr verteilen können. Als besonders unangenehm fiel laut Stilke lediglich ein 17-jähriger randalierender Gast auf, der sich heftig gegen Polizeibeamte wehrte. Aus Wut habe er mit seinem Kopf sogar die Scheibe eines Polizeiwagens zerstört, woraufhin eine Kollegin Schnittverletzungen an ihrer Hand erlitt. Als ,,relativ ruhig" bezeichnete DRK-Einsatzleiter Michael Pleus den Faschingstrubel am Tag und in der Nacht. 45 Mal sei das Rettungsfahrzeug im Einsatz gewesen, sechs Patienten mussten zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus. ,,Bei 45.000 Besuchern liegt dieser Wert voll im Schnitt", betonte Pleus, der für den Hauptverbandsplatz des DRK an der Pestalozzistraße von 32 Versorgungen sprach. Zugenommen hat laut Pleus die Zahl der Schnittverletzungen, die chirurgisch behandelt werden mussten. Der Einsatzleiter beklagte in diesem Zusammenhang, dass die Besucher dieses Jahr viel Glas mitgebracht hätten, was zu vielen Scherben und somit zu zahlreichen Fußverletzungen geführt habe. Froh zeigten sich neben allen Verantwortlichen besonders der leitende Notarzt Dr. Stefan Heimann und Gemeindebrandmeister Horst-Dieter Meyer, dass es nicht zu einem Feuerunfall wie im vorigen Jahr kam, als mehrere Umzugsteilnehmer zum Teil schwer verletzt wurden. Laut Heimann war es ,,sehr ruhig", was glücklicherweise auch Gemeindebrandmeister Meyer bestätigen konnte. Die Feuerwehr stellte zu Spitzenzeiten 100 Leute für den Fasching ab, das Technische Hilfswerk Hude-Bookholzberg sicherte die Zufahrtsstraßen sowie die Park-and-Ride-Plätze mit 72 Helfern. Seiten 2,3,4, Beilage ,,Präventionsarbeit trägt Früchte" Beim Thema Jugendschutz hat die Ganderkeseer Polizeichefin Helga Stilke festgestellt, dass die Prävention Früchte trage. Die vier Kontrollteams sprachen laut Stilke am Sonnabend über 200 Jugendliche an. Elf von ihnen seien zu jung gewesen für den Alkohol, den sie bei sich hatten. Im Vorjahr waren es 39. Drei Jugendliche übergab die Polizei an ihre Eltern, der höchste festgestellte Wert war 1,52 Promille bei einem 15-Jährigen. Gegen zwei Erwachsene wurden Verfahren eingeleitet, weil sie Jugendliche mit Alkohol versorgten. Das DRK musste laut Einsatzleiter Michael Pleus zwölf Alkoholisierte versorgen, darunter drei Jugendliche. |