| Damen machen im Rathaus reiche Beute |
| Geschrieben von Karsten Kolloge (Nordwest Zeitung) | |
| Sonntag, 6. März 2011 | |
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Mit gespreizten Scheren durch die Büros – Untragbares kommt zum letzten Einsatz Schlipsträgern ging es an Weiberfastnacht in Ganderkesee an den Kragen. Unterhaltsame „Jagdszenen“ spielten sich im Rathaus ab. "Da weht der Hauch der Geschichte.“ – Ge„Da weht der Hauch der Geschichte.“ – Gedankenverloren
sinnierte Fachbereichsleiter Peter Meyer vor sich hin, als die Damen von
ihm ließen. Mit einem leichten „Schnipp“ hatte er gerade ein schönes
Stück verloren. Eine Krawatte mit großen bunten Bild-Motiven, erworben
noch im vorigen Jahrhundert. Aber Kollege Michael Kleinert wusste, dass
Meyer über den Verlust hinwegkommen wird: „Er hat ja noch die
entsprechenden Socken.“Keine Frage: An Weiberfastnacht haben Schlipsträger im Rathaus einen schweren Stand. Pünktlich um 14 Uhr waren Prinzessin Merle I. sowie die Ehrendamen Viviane, Maren und Jenny die Treppen des Lichthofs hinaufgehuscht, Prinz Torsten I. und die Begleiter im Gefolge. Mit gespreizten Scheren wollten die Damen der Männerwelt an die Binder. „Beim Prinzen nicht, der steht unter Artenschutz“, konnte der Erste Gemeinderat Rainer Lange bei seiner Begrüßung der Tollitäten vorm Büro der Bürgermeisterin noch sagen – bevor die Spitze seiner Krawatte als erste fiel. Übermäßig traurig war Lange darüber nicht: Schon vor drei Jahren hatte Ehefrau Elke das einst so modische Stück am Hals des Ersten Gemeinderates mit den Worten „das ist nicht Dein Ernst“ bedacht. Seither galt der Binder als untragbar. Weiberfastnacht in Ganderkesee Video:Weiberfastnacht in Ganderkesee Faschingsfrauen machen reiche Beute Fotostrecke:Faschingsfrauen machen reiche Beute Apropos untragbar: Auch viele andere Verwaltungsmitarbeiter hatten sich für den Tag offensichtlich mit Ladenhütern gewappnet. Weiberfastnacht sei schließlich auch eine gute Möglichkeit der Entsorgung, erklärte Fachbereichsleiter Friedrich Rohlfs beim Blick auf einen gestreiften Schlipsrest. Übrigens: Falls mal ein Kollege ohne Binder da stehe, könne sie aus einem „Schlips-Fundus“ aushelfen, lüftete Iris Hentemann (ovales Bild) ein bislang gut gehütetes Geheimnis. Der Inhalt stamme „vermutlich aus der Kleiderkammer“, frotzelte Lange grinsend. Unterdessen leisteten die edel gekleideten Besucherinnen ganze Arbeit. Binnen weniger Minuten durchkämmten sie die Büros. Sich einschließen half nicht – Verwaltungsmitarbeiterin Claudia Walters hatte einen Generalschlüssel. Schnitt für Schnitt arbeiteten sich die Damen danach auch gegenüber durch die NWZ-Redaktion. Bei so geschäftigem Tun kam GGV-Pressesprecher Ralf Hüttemeyer ins Grübeln: „Man müsste einen Schlips mit Reißverschluss erfinden...“. |
"Da weht der Hauch der Geschichte.“ – Ge„Da weht der Hauch der Geschichte.“ – Gedankenverloren
sinnierte Fachbereichsleiter Peter Meyer vor sich hin, als die Damen von
ihm ließen. Mit einem leichten „Schnipp“ hatte er gerade ein schönes
Stück verloren. Eine Krawatte mit großen bunten Bild-Motiven, erworben
noch im vorigen Jahrhundert. Aber Kollege Michael Kleinert wusste, dass
Meyer über den Verlust hinwegkommen wird: „Er hat ja noch die
entsprechenden Socken.“