Bei den Narren steigt jetzt das Lampenfieber
Geschrieben von Bernhard Komesker (Weser Kurier)   
Donnerstag, 17. Januar 2008

Gestern war Generalprobe - morgen beginnen die Büttenabende

Obwohl wegen der kurzen Faschingssession 2007/2008 besonders wenig Zeit zum Proben blieb, drängte es die Aktiven in den vergangenen Tagen bereits mit Macht auf die Bühne. Am Montag begannen die Bühnenproben, gestern Abend war Generalprobe und morgen geht es dann auch schon los: Der erste von insgesamt vier Büttenabenden in der Halle am Steinacker beginnt um 20 Uhr.

Für Zeitdruck bei den Narren sorgt auch der Umstand, dass die Halle eigentlich für den Schulsport benötigt wird. So soll es in diesen Tagen vorgekommen sein, dass der Basketball-Unterricht kurzerhand ins Freie verlegt wurde - in einer Narren-Hochburg ist das offenbar so ungewöhnlich nicht.

Damit den Aktiven wenigstens für ein paar Minuten die Gelegenheit bleibt, vor dem großen Auftritt etwas Hallenluft zu schnuppern, muss das Team vom Bühnenaufbaukommando stets ganze Arbeit leisten. Das war in diesem Jahr nicht anders. Und dennoch: Für mehr als eine Probe je Solist oder Gruppe reicht der Zeitplan (Montag und Dienstag, jeweils von 19 bis 21 Uhr) einfach nicht. Schließlich sind 16 Programmpunkte vorgesehen, die Oldenburger Samba-Tänzer vom Premierenabend nicht mitgerechnet.

Für den minutiösen Ablauf zeichnet hinter den Kulissen das Regieteam verantwortlich: Dirk Wieting, und Claudia Thomann, Gerrit Meyer und Rebecca Khoshbin. Nach einem ausgeklügelten Ablaufplan liefen bereits die Proben, und so wird es auch bei den Büttenabenden sein. Durch den Abend führt in diesem Jahr der Parodist Markus Weise - und das ist, wie Wieting halb scherzend bemerkt - ein Problem, weil immer für eine Überraschung gut.Vorab mochte der Delmenhorster Unterhaltungskünstler nicht einmal verraten, in wie vielen Rollen und Kostümen er im Laufe eines Büttenabends zu sehen sein wird. Nur dass er damit liebäugele, einen Einbürgerungsantrag in der Faschingshochburg zu stellen. Wieting ist überzeugt: "Da können wir aus dem Vollen schöpfen." Bei den Wortbeiträgen aus der Bütt erwarte er unterdessen allerhand Spitzen in Richtung Politik.

Originelle Liedtexte und Skurrilitäten mitten aus dem Leben hat derweil das Kleinkunst-Trio "Blues Paradox" im Gepäck. Gregor Smolarczyk, Karlfried Leipold und Hans-Jürgen Körner erleben mit ihren "Satiren auf den alltäglichen Wahnsinn" 2008 ihr Faschings-Debüt. Sie sind wie Weise ein Faschings-Import aus Delmenhorst und haben einen eigenen Faschingsschlager im Gepäck, den sie an die Seite des Evergreens "Fasching um den Ring" stellen werden.

Intoniert wird der Klassiker einmal mehr von der Big Band um Werner Lüdeke und Arrangeur Marco Nienaber. Da die zehn Musiker, dieses Mal unterstützt von Sängerin Sina Ennenbach, alles live spielen werden, sind auch sie bereits seit Monaten im Proben-Stress. Alle zwei Wochen donnerstags wurde geübt; jetzt überwiegt bei allen die Ungeduld. Und das Lampenfieber.

Karten für die Büttenabende am 18., 19., 25. und 26. Januar gibt es im Vorverkauf im Ticket Shop Im Knick 2. Sie sind zum Stückpreis von 15 oder 20 Euro zu haben.