Von Jahr zu Jahr stets größer geworden
Geschrieben von GGV Webmaster   
Dienstag, 15. Februar 2011
GGV-Präsident Uwe Meyer blickt in die Vergangenheit und glaubt an die Zukunft

BildFRAGE: Herr Meyer, Sie sind jetzt 58, der Fasching ist 60 – was ist Ihre erste konkrete Erinnerung daran?

MEYER: Dass ich im Chinesenkostüm – damals in Ganderkesee das Einheitskostüm, das gab’s bei Focken zu kaufen – beim Umzug mitlaufe. Das muss 1955 gewesen sein.

FRAGE: Und seitdem haben Sie nicht eine einzige Session mehr ausgelassen?
MEYER: Ich war die ganze Zeit dabei, ab 1964 aktiv im Spielmannszug. 1988 war eine Ausnahme, da war ich Prinz. Dann bin ich wieder mit dem Spielmannszug marschiert, bis ich 1995 Präsident wurde.

FRAGE: Wie konnte sich das närrische Treiben als rheinische Tradition überhaupt in einem norddeutschen Ort so etablieren?
MEYER: Wir sind ja nicht die Einzigen in der Region. In Damme oder Vechta feiern sie schon viel länger Karneval. In Ganderkesee hat sich der Fasching aus den Kappenfesten entwickelt, die mehrere Vereine nach dem 2. Weltkrieg feierten. Irgendwann sagten die Vereine sich: Lasst uns das zusammen machen. Und dann wurde die Sache von Jahr zu Jahr stets größer.

FRAGE: In seiner heutigen Größe hat der Fasching ja auch eine wirtschaftliche Bedeutung, oder?
MEYER: Natürlich. Während des Faschings wird in Ganderkesee einiges umgesetzt. Und zwar nicht nur in den Lokalen und Zelten. Das geht schon los mit den Kostümen, dann die Wagen . . . Das meiste Material wird ja hier gekauft.

FRAGE: Und wie groß ist der wirtschaftliche Ertrag für die Vereine der GGV?
MEYER: Natürlich bleibt dabei etwas über. Aber das fließt alles wieder in den Fasching. Wir versuchen immer, mit den Einnahmen einer Session die nächste zu tragen.

FRAGE: Auf jeden Fall scheint die GGV in der Lage, einen Verlust von 20 000 Euro – wie im Vorjahr – verschmerzen zu können . . ..
MEYER: Dieser Verlust hat wehgetan. Aber in der Tat: Wir können das finanziell verkraften. Daran wird der Fasching nicht zugrunde gehen.

FRAGE: Wenn Sie auf Ihre Faschingszeit zurückblicken: Was war das Beste bisher?
MEYER: Alles war gut. Der Fasching erfindet sich jedes Jahr wieder neu. Was mich aber wirklich am meisten freut: Jedes Jahr mehr Teilnehmer, jedes Jahr größere Gruppen und immer professionellere Wagen. Und die Zuschauerzahlen sind auch immer gestiegen. Der Rückgang im letzten Jahr lag allein am Wetter.

FRAGE: Gab’s auch schlimme Erlebnisse?
MEYER
: Das Einzige, das mir einfällt, ist der Brand im vergangenen Jahr beim Umzug. Sonst ist bisher – toi, toi, toi – immer alles gut gegangen.

FRAGE: Wird es den Fasching in 60 Jahren auch noch geben?
MEYER: Davon bin ich überzeugt. Wenn ich unseren tollen Kinderfasching sehe, ist mir um den Faschings-Nachwuchs nicht bange.